HISTORY

 

Im Sommer 1991 donnerten wir wie immer mit 5-6 Mann durch die Gegend. Im Laufe der Zeit schlossen sich dann mehr und mehr Leute an. Über den Winter reifte der Entschluss einen MC zu gründen. Wir sprachen mit den Jungs, die in den Siebzigern dem MC Marl angehörten. Sie waren alle nicht mehr aktiv in der Bikerszene und der MC existierte auch nicht mehr, so entschlossen wir uns einen neuen MC mit neuem Namen zu gründen. Nach den üblichen Gesprächen bei den umliegenden Clubs war es dann endlich soweit: Im Juni 1992 gründeten wir mit 17 Leuten den Avalanche of Steel MC Marl.

Wir trafen uns regelmäßig in einer Kneipe. Dort zogen wir auch unsere erste Party durch. Eine Stripperin bot eine grausige Show, die nur durch Kampfsaufen zu ertragen war. Aber egal, es ging alles super ab und alle hatten mächtigen Spaß. Als wir nach einiger Zeit die Möglichkeit hatten, einen Raum im Jugendzentrum zu bekommen, schlugen wir zu. Das ging auch eine Weile gut bis es dann hieß : Klamotten packen. Wir trafen uns in einer anderen Kneipe in Marl. Inzwischen waren fast zwei Jahre ins Land gezogen. Wir fuhren alles an Partys an was irgendwie möglich war. Kontakte wurden geknüpft und Freundschaften aufgebaut.

Für Presi Norbert war im Frühjahr 1994 die Zeit der beruflichen und privaten Veränderung gekommen. Er stellte sein Amt zur Verfügung und die Member wählten Martin, bisher Vize, zum Presi.

Durch einen Zufall hatten wir die Möglichkeit ein privates Gelände incl. Blockhütte zu bekommen und plötzlich waren wir stolze Besitzer eines Clubhauses incl. Partyplatz. (Der Platz wird auch heute noch für die Sommerpartys genutzt.) Das bedeutete aber auch wiederum jede Menge Arbeit.

Die Jahre vergingen und wir hatten die tollsten Erlebnisse. Da war z.B. die Clubfahrt zur Mosel. Wir wurden irgendwie von einer roten Ampel getrennt und verloren die Hälfte der Leute. Nach ca. einer Stunde Fahrt kam uns eine Gruppe von zehn Mopeds entgegen. Alle grüßten höflich und ballerten weiter. Bis irgendeiner in den Rückspiegel schaute und unser eigenes Colour entdeckte. Oder bei einer Fahrt zum Beach Blues Festival in Holland, als aus den Packtaschen eines Members Rauchwolken aufstiegen, so als wären zwei Rauchbomben darin explodiert. Als wir stoppten um nachzuschauen was los war, fackelten die Dinger komplett ab. Die Packtaschen waren schlauerweise auf dem Auspuff befestigt.
Eine kleine Sache wäre da noch: Es ist ja bekannt, dass öfter mal eine HD aussetzt und dann nach Hause geschleppt werden muss. So machten wir es auch: Ein Seil geschnappt und hinter die Softail gebunden und dann schnell ab nach Hause. Doch mit 120 Sachen über die Autobahn zu fahren waren für den Starrahmenfahrer dann wohl doch etwas zu schnell. Er fand das überhaupt nicht lustig und saß die ganze Zeit wild gestikulierend auf seiner Mühle. Am Clubhaus angekommen, machten wir uns schleunigst aus dem Staub.

Im Januar 1998 entschlossen wir uns unser Colour zu ändern. Die Schriftzüge auf dem einteiligen Colour waren einfach zu klein geraten und schlecht zu erkennen. Wir einigten uns auf ein dreiteiliges Colour.

Die Zeit verging wie im Flug. Wir veranstalteten am Clubhaus jede Menge Partys. In dieser Zeit tat sich eine Menge. Einige Member verließen den Club aus privaten oder beruflichen Gründen, andere wiederum kamen dazu. So war die Zeit auch reif dafür die Hangaround- und Probezeit auf maximal zwei Jahre zu verlängern.

Dann schlugen die Behörden zu und wir bekamen die Nachricht, dass wir unsere Blockhütte bis Ende 1999 abzureißen hätten. Die Blockhütte, die dort seit 20 Jahren stand und von außen nicht einzusehen war, störte plötzlich die Behörden. Zitat: "Sie stört den Erholungswert der Landschaft". Unter der Androhung von Zwangsgeld ließen wir völlig gefrustet den Abrisshammer kreisen.

     

Es gibt aber auch Tage im Leben, da hat man Glück. Wir entdeckten plötzlich ein Gebäude, dass als Clubhaus ideal war. Nach langen und zähen Verhandlungen war es endlich im April 2000 soweit: Wir begannen mit der Renovierung. Das verschlang eine Menge Kohle und Zeit. Leider war es uns dadurch auch nicht möglich alle Partys anzufahren. Doch die anschließende Einweihungsparty im Oktober war ein voller Erfolg. Sogar unsere Freunde vom Slagg MC aus Schweden reisten an.

 

So, und nun sind wir schon seit 20 Jahren on the Road.